Donnerstag, 28. Juli 2016

MONTAGSFRAGE - Thema: fortschreitende Digitalisierung




Hallo meine Lieben,
jeden Montag stellt uns Svenja von Buchfresserchen eine neue Frage. Die Frage von dieser Woche:

Hat sich dein Leseverhalten durch die Fortschreitende Digitalisierung verändert?
 

JA! In meinem Fall definitiv.
 
1. Durch den eBook-Reader.
Lange habe ich mich dagegen gesträubt - auch jetzt sage ich immer noch, dass Lesen mit einem "richtigen" Buch hat mehr Flair und natürlich machen sich Bücher im Regal besser, wie in einem Reader. Nur irgendwann habe ich mich der Technik ergeben (um genau zu sein: Weihnachten 2015) und habe jetzt auch einen Reader. Ein Reader hat schon wirklich einige Vorteile:
-> er ist wesentlich bequemer, einfach heben - nicht aufpassen, dass sich die Seiten von selbst umblättern, natürlich auch viel leichter als ein Buch mit 500 Seiten
-> Nachts ohne Licht lesen, was meinem Partner viel besser gefällt, keine Lampe mehr, die blendet
-> In den Urlaub gehen und unendlich viele Bücher mitnehmen - egal wie viele Seiten. Mit Büchern hätte ich da schon meine 20kg Gepäck zusammen ;-)
-> mein Reader ist wasserdicht, also auch uneingeschränktes Lesevergnügen in der Badewanne, am See, am Strand, usw. ohne mir Gedanken zu machen und ohne Wasserflecken oder welligen Seiten im Buch
-> viele eBooks sind günstiger wie die Print-Ausgaben, wenn nicht sogar gratis
-> ich habe schon einige eBook-Schnäppchen gemacht und von unbekannten Autoren richtig tolle Bücher für 0,99€ gekauft
... Ich muss aber trotzdem sagen: Ich lese zu 80% Print-Ausgaben...
 
2. Aber auch beim Lesen von Print-Ausgaben hat sich mein Leseverhalten geändert.
Früher, als es noch nicht so Gang und Gebe war, dass jeder ein Smartphone und WhatsApp hat, bin ich über Stunden total in mein Buch versunken, keine Musik, kein TV. Einfach nur das Buch. Leider muss ich sagen, dass ich dies nicht mehr zu 100% kann. Mein Smartphone liegt immer irgendwo in unmittelbarer Nähe und wenn es dann ertönt, weil beispielsweise eine neue Nachricht rein gekommen ist, bin ich zu neugierig - oder es könnte ja etwas wichtiges sein - und lege kurz mein Buch beiseite um die neue Nachricht zu lesen. Und wenn ich dann schon mal das Teil in der Hand habe, kann es schon sein, dass ich dann auch gleich mal "kurz" auf Facebook oder Instagram vorbei schaue. Schwupp sind 15 Minuten wieder vorbei. So lenke ich mich immer wieder selbst ab.
 
3. Durch kurze und knappe Texte
Ja, leider ist es mittlerweile auch so, dass ich es einfach nicht mehr gewöhnt bin lange Texte zu lesen. Zu meiner Schulzeit hatten wir kein Handy, so haben wir nachmittags, zu Hause, uns gegenseitig Briefe geschrieben (oftmals über mehrere Seiten) und diese dann am nächsten Tag in der Schule gegenseitig ausgetauscht. Jetzt ist es leider wirklich so, kurz eine WhatsApp "morgen Abend Kino?" - "Ja, ok" und das war es dann auch schon. Auf lange Nachrichten habe ich schon oft keine Lust und überfliege diese nur - selbst schreiben -> noch weniger Lust dazu, gut dass es mittlerweile die Möglichkeit zum Sprachnachrichten verschicken gibt ;-). Und das ganze merke ich auch bei meinem Leseverhalten von Büchern. Ich erwische mich oft, dass ich einzelne Textstellen nur überflogen habe und dann diese nochmal lesen muss, weil ich gar keine Ahnung habe, was da gerade überhaupt passiert ist. Oder ich stehe in der Buchhandlung und überlege mir, ob ich wirklich dieses Buch mit 600 Seiten kaufen soll oder nicht. Nur wegen der Seitenanzahl...!! Das war mir sonst egal - um so dicker der Schinken, um so besser sogar.
 
4. Nachrichten bzw. Zeitung lesen
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, früher habe ich mir immer die regionale Zeitung von meinem Opa mitgenommen (er bekommt diese jeden Morgen) um sie abends oder zumindest am Wochenende zu lesen. Jetzt mache ich das auch nicht mehr, durch Facebook und Co. bin ich den ganzen Tag durch kurze "Breaking News" up to date was auf der ganzen Welt und was sogar quasi vor meiner Haustür passiert. Da habe ich in drei - vier Sätzen genau das was ich wissen muss und das Internet filtert sogar noch praktischerweise anhand meiner vorherigen angeklickten Seiten und Anzeigen, was mich interessieren könnte.
 
Schrecklich - wenn ich mir selbst vor Augen führe, sehe ich erst einmal, wie sehr sich mein eigenes Leseverhalten durch die fortschreitende Digitalisierung immer weiter verändert und wie weit es sich schon verändert hat.

Jetzt seid ihr dran! :-) Wie hat sich euer Leseverhalten verändert?

Gerne dürft ihr meinen Post kommentieren und mir von euch berichten :-)


Liebe Grüße,
Eure "in Love with Lines"

Dieser Text enthält meine eigenen Gedanken, für diese ich nicht haftbar gemacht werden kann, diese dürfen aber auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden. Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Hey Kerstin,

    Hier jetzt auch, wie versprochen, mein Gegenbesuch. :-) Zunächst einmal: Das Design deines Blogs finde ich total schön, und ich bleibe gleich mal als Leserin da - bin gespannt, was noch alles kommt. :-)

    Jetzt zum Montagsfragenthema: Wow, wie ausführlich! (Ich dachte ja immer, ich schwätze schon eine Menge, aber jut :D)

    Witzig auf jeden Fall: ich habe genau zum gleichen Zeitpunkt mein e-Reader-Faible entdeckt - und bis auf die Schnäppchen (zu günstige Bücher von lebenden Autoren kaufe ich prinzipiell nicht, aus selbsterhaltenden Marktgründen :D - wobei ich jetzt die Onleihe für mich entdeckt habe) kann ich alles so gut nachvollziehen! E-Reader sind wirklich wahnsinnig praktisch und vor allem handlich... und da für mich meistens die Story wesentlich wichtiger ist, als das Medium selbst, habe ich auch nicht das Gefühl, dass sich das Leseerlebnis großartig für mich ändert, wenn ich digital lese (am Bildschirm oder Handy lese ich dagegen nicht so gern, ich schätze, dass das mit dem grellen Licht zusammenhängt. Beim Reader mag ich die Möglichkeit zum Dimmen).

    Auch deinen anderen Punkten kann ich größtenteils zustimmen, eine gewisse Tendenz bemerke ich da auch immer wieder bei mir - auch wenn ich kein irrer Dauerkommunizierer bin. Aber ablenken lasse ich mich auch immer wieder gerne und lese kaum noch, wie früher, Bücher in einem Rutsch durch - allerdings weiß ich nicht, ob das tatsächlich an der Digitalisierung liegt, ich bin nämlich gerne immer mal wieder für eine Weile nicht erreichbar, oder daran, dass man einfach älter wird, sich mehr anstaut, was noch erledigt werden muss, und der Kopf einfach voller wird. Ich weiß noch, dass ich es als Kind und Jugendliche nie nachvollziehen konnte, wenn meine Eltern ob meiner Lesewut erstaunt den Kopf schüttelten - obwohl sie selbst viel lesen. Mittlerweile verstehe ich sie - ich glaube, je älter (oder: erwachsener... na ja :D) man wird, desto voller wird auch einfach der Kopf und die Verantwortung, sodass bedingungsloses Abtauchen schwieriger wird.
    Das rede ich mir zumindest gerne ein. ;-) (Aber stimmt schon, irgendwie, je mehr Stress ich habe, desto schlechter kann ich beim Lesen oder Schreiben entspannen. Und: Stress - wann hat man den als Kind oder Teenager schon mal wirklich?)

    Liebe Grüße, ich stöbere jetzt noch ein bisschen hier herum,
    Alina

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    1. Hey Alina!
      Vielen Dank für deinen netten Kommentar.
      Dann folgen wir uns wohl ab sofort gegenseitig ;-) Das freut mich. :-)+

      Toll, dass dir mein Design vom Blog gefällt - habe auch ewig daran rum gebastelt und verschiedenste Designs ausprobiert, bis ich mich für dieses hier entschlossen habe.

      Ja, wir denken über das Meiste gleich, finde ich toll, dass nicht nur ich so denke. :-)

      Viele Grüße,
      Kerstin

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  2. Mein E-Book-Reader leuchtet nicht selbst, aber das ist ok. Ich bemühe mich, nicht bei jeder NAchricht zu gucken. Manchmal schalte ich die Funktion auch ab. Es lebt sich entspannter!

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